Neue Entwicklungen im deutschen Suchmarkt
Welche neuen Entwicklungen gibt es im deutschen Suchmaschinen-Markt?
Beim nächsten Panell ging es um die neuen Entwicklungen im deutschen Suchmarkt.
Dort stellten verschiedene Firmen Ihre Webseiten vor. Zuerst stellte Jens Bargmann die
Firma Infospace vor. Infospace ist der führende Anbieter von Metasuchmaschinen.
Die Sortierung der Suchergebnisse in Infospace funktioniert folgendermaßen: Die Suchergebnisse
werden in 4 Rubriken unterteilt: Transactional, Commercial, Informational und Non-Commercial.
Das eingegebene Keyword wird dann bei der Suche einer dieser Rubriken zugeordnet und angezeigt.
Jedes Keyword wird über eine Klickrate überprüft und ggfls. einer anderen Rubrik zugeordnet,
wenn es nicht oft angeklickt wird, weil die User vielleicht meinen, es handelt sich nicht um
ein relevantes Keyword für diese Rubrik.
Als nächstes stellte Stefan Fischerländer (bekannt durch die Community suchmaschinentricks.de)
seine neue Suchmaschine Neomo vor. Diese wird von 2 Verlagen (aus Köln und Frankfurt) mitfinanziert.
Die Suchmaschine hat einen eigenen Index und es gibt eine Spam-Unterdrückung und zwar maschinell
über den Algorithmus und von Hand, von einem Redaktions-Team. Geschäftsprinzip von Neomo ist u.a.
die Auslieferung der Ergebnisse an Partner, dabei möchte Neomo speziell mit SEOs zusammenarbeiten
und bietet dazu auch API und eine Search-Box an. Der Datenschutz wird von Neomo ebenfalls sehr ernst
genommen, so werden beispielsweise keine Cookies gesetzt und keine persönlichen Daten gespeichert.
Auch der Jugendschutz wird sehr ernst genommen. Zudem gibt es bei Neomo ein Feedback-System, welches
für Rückmeldungen der Nutzer für die Verbesserung des Indexes da ist. Der Algorithmus von Neomo basiert
auf die klassische Text-Erkennung und die Auswertung der Link-Graphen. Im Moment ist Neomo zeitweise unter
test.neomo.de zu finden. Im Frühjahr 2005 soll dann die Beta-Version von Neomo auf den Markt kommen.
Frau Megan Hamilton stellte dann die Turbo10 Metasearch Engine vor. Diese hat lt. Frau Hamilton
täglich 18 Millionen Suchanfragen über www.turbo10.com. Frau Hamilton sagte, dass das Web 500 x
größer ist als das Search-Web, also die Seiten, die über die bekannten Suchmaschinen gefunden werden.
Ziel von Turbo10 sei es, in die Tiefen des Webs zu gehen und dem User auch den Rest des www zu zeigen.
Dafür sucht Turbo10 im Moment in über 755 Datenbanken. Bei einer Suche kann der User zuerst eine private
Collection anlegen, die über die Angabe der eigenen E-Mail-Adresse angelegt werden muss. Dann kann der
User das Suchwort eingeben und ihm werden die Datenbanken angezeigt, die zu diesem Wort passen. So können
dann z.B. auch Inhalte von Datenbanken und Websites gefunden werden, die in anderen Suchmaschinen nicht zu
finden sind, weil diese evtl. aufgrund von dynamischen Websites nicht integriert sind. Eigene Datenbanken
können bei turbo10 per Formular hinzugefügt werden, um dort auch gefunden zu werden.
Weiterhin wurde dann die Firma Seeport von Herrn Joachim Kreibich vorgestellt. Seekport ist im
Grunde die selbe Suchmaschine wie Neomo. Geschäftsmodell ist auch hier, dass andere Portale mit
den Suchergebnissen von Seeport versorgt werden sollen. Auch bei Seeport gibt es, wie auch bei Neomo,
ein Qualitäts-Management-Team, um den Index sauber zu halten. Außerdem gibt es eine homographische Suche,
d.h. Suchwörter werden unterschieden und der User kann anschließen extra wählen. Z.B. Schimmel, meint der
User das Klavier, das Pferd oder den alten Schimmel und kann dann explizit wählen. Seeport versteht sich
als europäischer Gegenspieler zu den großen US-Suchmaschinen.
Als letztes stellte sich dann noch die MSN Search vor, vertreten durch Marcus Schreiner.
Auch hier wird natürlich auf relevante Ergebnisse wert gelegt. Außerdem sei der Vorteil zu
anderen Suchmaschinen, der große und schnellere Index und vor allem die Aktualität. Der Index von
MSN besteht im Moment aus 5 Milliarden Seiten. Zudem sei natürlich das Kundenfeedback erwünscht um
die Ergebnisse zu verbessern. MSN hat in Deutschland 6 Millionen Nutzer pro Monat und Overture
soll wohl nur noch die nächsten 12 Monate der Partner für die Belieferung der sponsored Listings sein,
anschließend wird MSN diese wohl selbst vermarkten. Die MSN-Toolbar, die es in den USA bereits gibt,
soll noch in diesem Jahr nach Deutschland kommen und ist dann in der Taskleiste des Microsoft-Betriebssystems
zu finden.
In der anschließenden Diskussionsrunde gab es dann noch ein kleines Disput zwischen Seeport und MSN.
Seeport unterstellte den großen Playern wie Google und MSN, dass diese vor Ort (also in Deutschland) kein
Spam-Redaktions-Team haben, das sich um das Spam-Problem kümmert. Bei Seeport und Neomo sei dies anders,
da diese direkt vor Ort reagieren könnten. Marcus Schreiner von MSN wies dies entschieden zurück und meinte,
dass der Spam vor Ort sehr ernst genommen wird. Joachim Kreibich betonte anschließend aber mehrmals, dass weder
Google, noch MSN, noch Yahoo in Deutschland ein Qualitäts-Team hätten.
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